EDITION 30 // 2017_2018

Vielleicht haben Sie sich schon gefragt, warum manche antiken Lampen auf dem Kopf zu stehen scheinen? Hier ist ihre Geschichte – die erste unserer neuen Serie über besondere Stücke im Badrutt’s Palace Hotel. ........................................ Perhaps you’ve wondered why some antique lamps appear to be upside down? Here is their story – the first in our new series about special objects in the Badrutt’s Palace Hotel. d In den frühen Gasthöfen der Hotelgeschichte verbrachten die Gäste die meiste Zeit gemeinsam in einem Raum. Meist war dieser eine grosse Küche, in der es schön warm war, während Ka- minfeuer und Kerzen genug Licht spendeten. Ging der Gast aufs Zimmer, drückte ihm der Hausvater einen Kerzenständer mit einer brennenden Kerze in die Hand, die der Gast bei seiner Abreise auf der Rechnung fand. Die Angst vor einem unverhofften Brand war zu jener Zeit immer gegenwärtig. Einen ersten Fortschritt brachte das Gas: Die Hoteliers bauten Gasleitungen in ihre Häuser ein und konnten dadurch grosse Flächen mit Gasleuchten schmücken. Es wurde heller, man sah besser. Doch leider bekamen die Gesichter durch das Gaslicht einen grünen Stich, was insbesondere bei den Damen nicht sehr schmeichelhaft wirkte. Die Brandgefahr indes blieb erhalten. Erst mit der Elektrifizierung konnte eine feuersi- chere Lösung gefunden werden. Ab diesem Zeitpunkt wurden dem Gast auch keine Kerzen mehr in Rechnung gestellt. Doch Strom war nicht kostengünstig und der Hotelier musste knapp rechnen, um die langen Korridore und die grossen Säle beleuchten zu kön- nen. Besonders hell wurden sie nicht. A L S D I E N E U E N L A M P E N K A M E N . . . Wie man auf den ersten Bildern links sehen kann, gab es auch im Ba- drutt’s Palace Hotel bei seiner Eröffnung 1896 nur wenige Lampen. Nach dem Tod des Erbauers Caspar Badrutt rüstete dessen Sohn Hans um 1904 die Gesellschaftsräume mit grösseren Lampen auf. Diese dienten bis 1924 als Lichtquellen. Dann liess dessen Sohn Hans Badrutt die Beleuchtung des ehemaligen „Embassy Ballroom“ im ehemaligen Speisesaal einbauen. Für den neuen Festsaal nutzte er die alten Lampen von 1904. Weil diese aber zu diesem Zeitpunkt bereits etwas ausser Mode gekommen waren, liess er sie umgekehrt montieren und mit Glasschirmen in Kugelform versehen. Betrachtet man die Lampen aus der Nähe, erkennt man, dass Wandschild und Pflanze auf dem Kopf stehen. Dank dieser Umnutzung ist uns die T O W E R R E V U E // 91 BRIGHT LIGHTS AT BADRUTT'S PALACE T E X T Evelyne Lüthi-Graf // P H O T O G R A P H Y Badrutt’s Palace Archiv

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