2017
ie sind eine der bekanntesten Darstellerinnen Deutsch- lands. Ist das für Sie mit einer Vorbildfunktion verbunden? Ich denke über mich nicht in solchen Kategorien nach. Ich lebe mein Leben und mache meine Arbeit. Ich versuche, beides mit Anstand zu machen. In „Willkommen bei den Hartmanns“ verkörpern Sie einen „Gut- menschen“, der versucht, die Welt zu retten, aber keine Ahnung von dem Thema hat. Kann Engagement für andere auch „falsch“, weil zum Beispiel unangemessen oder übertrieben sein? In dem Film haben wir versucht, ein breites Spektrum an Meinun- gen zu den Flüchtlingsströmen in unserer Zeit zu artikulieren. Ge- zeigt am Beispiel der Familie Hartmann. Der Film will und kann S Wir alle möchten uns mehr engagieren Schon früh begann Senta Berger, sich für die Schauspielerei zu interessieren, 1957 stand sie zum ersten Mal vor der Kamera. Heute genießt sie weit über Deutschland hinaus großen Ruhm. Ein Renommee, das sie gern für wohltätige Organisationen nutzt, um sich für die zu engagieren, die besonders Hilfe brauchen: Kinder auch nicht Antworten anbieten. Das Schönste an den Hartmanns war und ist, dass die Zuschauer nach Hause gehen und über ihre eigenen Meinungen nachdenken und diskutieren. Dass Angelika, die Lehrerin, die ich spiele, zwar Mäuse vor der Katze rettet und einem Flüchtling vorübergehend Unterkunft gewährt, heißt nicht, dass sie keine Ahnung von den Problemen dieser Welt hat. Und sie weiß auch, dass sie die Welt nicht retten kann. Aber diesem einen Menschen kann sie helfen. Ich finde das nicht falsch und nicht naiv und nicht unangemessen. Ich halte das für mitmenschlich. Wie viel möchten und können Sie persönlich bewegen? Was ich bewegen kann, weiß ich nicht. Sicher weniger, als ich möch- te. Jeder von uns möchte sich mehr engagieren, als wir das dann 18 | Interview
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