2017
ans Horn von Afrika, anstatt mit ihren Familien in den Ferien an den Gardasee zu fahren. Unter den schwierigsten Bedingungen wird ausgezeichnete Arbeit geleistet. Ich habe es bei meinen Besuchen gesehen und auch die Dankbarkeit der Menschen für die Hilfe, die geleistet wird. Natürlich ist das Ziel, immer mehr eritreische Ärzte einzubinden, sie an ihr Land zu binden und damit auch die große Fluchtbewegung zu verringern. Es gilt auch Vertrauen zu schaffen für die Menschen dort, die keines mehr in das Gesundheitssystem ihres Staates haben. Auch die zweite Organisation Plan setzt sich weltweit für Kinder ein. Was hat Sie veranlasst, dort Schirmfrau zu werden? Das ist gut 17, 18 Jahre her. Damals wollte mein jüngerer Sohn Luca nach dem Abi in den Entwicklungsdienst und ich habe mich bei Plan erkundigt, wie man das organisiert. Aus einem Telefonat wurden erst zwei, dann mehrere und schließlich hat Marianne Raven, die Plan in Deutschland aufgebaut hat, meinen Sohn und mich gebeten, mit ihr nach Nepal zu fliegen, um die Arbeit von Plan in den Bergdörfern zu sehen. Bei der Gelegenheit entstand auch ein kleiner Film für Plan, den man wieder Sponsoren zeigen konnte und auch natürlich den jeweiligen Pateneltern. Mein Sohn ging dann für Plan als Entwicklungspraktikant nach Vietnam. Von Ihnen soll die Idee zu „Because I am a Girl“ gekommen sein. Was steckt hinter dieser Initiative? Das stimmt. Bei unserer ersten Reise, aber auch bei anderen Gelegenheiten, wurde mir klar, dass Mädchen weniger Wert zugemessen wird, dass Mädchen in den Familien zurück- gesetzt und benachteiligt werden. Dabei soll- te es doch gerade andersherum sein. Afrika könnte ohne die Frauen und ihre Arbeit überhaupt nicht existieren. Das gilt natürlich nicht nur für die sogenannten Dritte-Welt-Länder, das ist mir bewusst. Aber es ist eben besonders dort sehr ausge- prägt, in Afrika, in Asien, in Südamerika. Ich habe völlig überfor- derte, vernachlässigte kleine Mädchen gesehen, mit nichts als Fetzen am Leib. Kleine Mädchen, denen ein jüngeres Geschwisterchen auf den Rücken gebunden war, die dazu noch 20 Wasserflaschen trugen und Heizholz gesammelt hatten – während ihre Brüder in die Schule gehen durften. Aus dieser Empörung ist dann die Aktion „Because I am a Girl“ von Plan Deutschland entstanden, die den Fokus auf diese Ungerechtigkeiten lenken sollte und auch auf die Spendengelder, die den Mädchen und jungen Frauen eine Ausbildung ermöglichen. Was beinhaltet diese Aktion? Wir haben beispielsweise eine wunderbare Ausstellung zu diesem Thema, mit der wir durch deutsche Schulen gewandert sind. Wir haben gezeigt, wie afrikanische und indische Mädchen Hirsebrei stampfen, wie sie Feuer machen, wie sie Stoffe spinnen, dass sie auf dem nackten Erdboden schlafen. Das mussten dann unsere Mäd- chen und auch Jungs nachmachen, es erst einmal versuchen. Wir Es ist nie zu spät, Fluchtursachen zu bekämpfen, auch wenn das mühsam und langwierig ist Nur durch Bildung erhalten Kinder, besonders auch Mädchen, die Perspektive auf ein besseres Leben ... ... doch viele Schulen sind dringend renovierungs- bedürftig und auf Spenden angewiesen Fotos: Kai Gebel, Imago 20 | Interview
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