2018
unicef /hunger.de unicef.de/hunger Spendenkonto: IBAN: DE57 3702 0500 0000 3000 00 Bank für Sozialwirtschaft Köln WIR KÖNNEN ETWASTUN. BITT E HELFEN SIE! CHANCE T ECHN I K VERWALTUNG UND PROGRAMMARBEIT Auch in anderen Bereichen hat die Digitalisierung große Vorteile für Spendenorganisationen gebracht. Die Welt- hungerhilfe etwa arbeitet mit modernen Softwarelösun- gen, die den Datenfluss für die Projektverwaltung und -steuerung zum Teil im weltweiten Rahmen unterstützen und so die Effizienz steigern. In der Programmarbeit hat etwa beim Bischöflichen Hilfswerk Misereor die Digita- lisierung den Informationsaustausch mit den Projekt- partnern wie auch die Einbeziehung der Hilfsempfänger deutlich erleichtert. ANZEIGE Aufmerksamkeit ist knappes Gut Egal ob Konsum, Kultur oder Hilfsorganisationen – stets geht es um Aufmerksamkeit, und die ist heute schwerer zu bekommen denn je. „Unsere Studien zeigen, dass die Websites vieler Spendenorganisationen nicht gut auffind- bar sind im Internet und ein Großteil gar nicht bei Google wirbt“, sagt Schmidt. „Suchmaschinen-Marketing ist für viele Neuland.“ Hat sich eine NGO dazu durchgerungen, eine Anzeige bei Google zu schalten, so kann es unan- genehme Überraschungen geben, falls die Regeln der Online-Werbung nicht beachtet werden. So geschah es, dass Organisationen, die Spenden für Flüchtlinge sam- meln wollten, auch im Kontext negativer Berichterstattung erschienen, die den Begriff „Flüchtling“ mit Inhalten wie „Vergewaltigung“ oder „Kriminalität“ in Verbindungen brachten – ein PR-Gau. Werben bei Google oder Facebook ist weitaus komplexer als klassische analoge Werbung. „Kleinere Vereine, die überwiegend ehrenamtlich geführt werden, haben oft nicht die Kapazitäten und nicht die Res- sourcen, sich da einzuarbeiten oder externe Berater zu beauftragen.“ Der Siegeszug des Smartphones Defizite sieht auch Björn Lampe, Vorstand von betterplace. org, einer Plattform, auf der gemeinnützige Vereine Spen- den sammeln und ehrenamtliche Mitarbeiter finden kön- nen. Seit dem Start 2007 sammelte betterplace 65 Mio. Euro für mehr als 27.000 soziale Projekte. „Heute muss eine Organisation sicherstellen, dass potenzielle Spender sofort spenden können, egal wo sie auf den Spendenaufruf aufmerksam werden“, sagt Lampe. Den Spender dort ab- holen, wo er sich befindet – das bedeutet immer häufiger auf dem Smartphone. „Bei betterplace erfolgen 50 Prozent der Zugriffe auf die Website vom Smartphone.“ Dies erfor- dert sowohl eine andere Technologie als auch eine andere Herangehensweise. „Die meisten Websites sind heute zwar responsive, das heißt auf einem Smartphone prinzipiell dar- stellbar“, erklärt Lampe. „Aber die wenigsten sind mobile first, also daraufhin optimiert, dass sie auf Smartphones nicht nur abrufbar sind, sondern bestmöglich funktionie- ren.“ Google als größte Suchmaschine straft nicht mobilfä- hige Seiten ab, indem sie im Ranking der Suchergebnisse weit nach unten geschoben werden. Digitalisierung fördert Platzhirsche Wie komme ich mit meinem Inhalt auf die erste Ergebnis- seite einer Google-Suche? Diese Frage ist auch für Hilfsor- ganisationen entscheidend geworden. Früher verfassten sie kreative Texte für Flyer, heute stellen Suchmaschinen ganz andere Anforderungen an Inhalte. SEO oder Suchmaschi- nenoptimierung lautet der Fachbegriff für das Verfassen von Online-Texten, die der Google-Algorithmus möglichst weit oben platzieren soll. Im Idealfall übernimmt diese Auf- gaben eine darauf spezialisierte Agentur. Die Mittel hierfür haben aber eher die ganz großen Organisationen, die den Internetnutzern ohnehin bereits bekannt sind. Genau wie im Einzelhandel und anderen Bereichen kann also auch im Spendensektor die Digitalisierung dazu beitragen, dass die Platzhirsche noch mächtiger werden und die Kleineren stärker zu kämpfen haben. Dr. Andrea Exler Viele Spendenorganisationen sind mit dem wichtigen Thema Online- Werbung derzeit noch überfordert « Fotos: iStock Spenden | 27
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