2018

Im Titel steht nicht nur ein Frage-, sondern auch ein Ausrufezeichen » I L I JA T RO JANOW Im Alter von sechs Jahren floh der 1965 Geborene mit seinen Eltern aus Bulga- rien. Seither lebte er länger in Deutsch- land, Kenia, Paris und Bombay. Nach seinem Studium begann er, Reportagen, Essays sowie Romane wie seinen Best- seller „Der Weltensammler“ zu schrei- ben und regelmäßig zu reisen. Darüber hinaus ist er als Verleger, Kurator, Übersetzer und Gastprofessor tätig. Ilija Trojanow wurde mit mehreren Literaturpreisen ausgezeich- net. Seine Bücher wurden in 30 Sprachen übersetzt. Wie haben Sie Ihre Reiseziele ausgewählt? Ilija Trojanow: Vielschichtigkeit war eine Kernidee von uns. Um die ganze Bandbreite abzubilden, wollten wir gelungene und gescheiterte Projekte anschauen. Sie liegen auf drei Konti- nenten, zeigen das Urbane wie das Dörfliche und Gesellschaf- ten in unterschiedlichen Entwicklungszuständen, die einen Guerilla- oder Befreiungskrieg hinter sich haben oder noch stärker feudalisiert sind. Thomas Gebauer: Bei der Reiseplanung hat uns medico gehol- fen, da wir in vielen Ländern mit lokalen Partnern zusam- menarbeiten. Jeder konnte seine Interessen und Präferenzen einbringen. Wie funktionierte das Schreiben zu zweit? Thomas Gebauer: Für mich war es ziemlich aufregend. Ilija hat die Reportagen vorgeschrieben, ich die Essays. Dann haben wir alle Texte zu zweit durchgearbeitet, was eine zwar aufwen- dige, aber auch spannende Angelegenheit war. Ilija Trojanow: Alle Texte gingen hin und her. Ausgehend von einer ersten Fassung wurde noch einmal erweitert und verbessert. Ich glaube, die einzige Differenz war, dass ich aufgrund meiner Erfahrung nach 20 Büchern ein bisschen gelassener war als Thomas. Der rote Faden Ihres bei Fischer erschienen Buches ist ein kritischer Hilfsbegriff. Wie genau ist dieser zu verstehen? Thomas Gebauer: Im Buchtitel steht nicht nur ein Frage-, son- dern auch ein Ausrufezeichen. Insofern geht es nicht darum, Hilfe als solche zu dämonisieren oder grundsätzlich infrage zu stellen. Ohne gegenseitige Hilfe ist menschliches Zusam- menleben wohl kaum vorstellbar. Zeigen wollten wir, welche Möglichkeiten Hilfe hat, wo sie sich überschätzt und warum sie manchmal in die Irre läuft. Gibt es Gründe dafür, ob Hilfe erfolgreich ist oder misslingt? Ilija Trojanow: Bei unseren Recherchen sind wir immer wieder auf bestimmte Grundprinzipien gestoßen. Hilfs- 3.400 km liegen noch vor ihr. Lailas großer Bruder ist auf der Flucht ertrunken. Sie vermisst ihre Eltern, die zu Hause bleiben mussten. Nachts kann sie nicht schlafen. Sie weiß nicht, was die Zukunft bringt. terre des hommes setzt sich für den Schutz von Flüchtlingskindern ein. Bitte unterstützen Sie unsere Arbeit – mit Ihrer Spende! Spendenkonto: DE34 2655 0105 0000 0111 22 Sparkasse Osnabrück Weitere Informationen unter 0541/71 01-128 www.tdh.de Laila rennt ANZEIGE

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