spendenmagazin2020

ANZEIGE Ihre Spende hilft! Wenn die Krise eskaliert Nicht alle Kinder haben das Glück, in intakten Familien aufzuwachsen, und müssen im schlimmsten Fall aus ihrer Familie genommen werden. *Name, biografische Details und Abbildungen wurden zum Schutz der Person geändert. Foto: SOS-Kinderdorf e.V. / Sebastian Pfütze S amiras* Mutter hält ihre Tochter am Oberarm und schreit sie an. Der Grund: Die Sechsjäh- rige hat Milch verschüttet. Die häusliche Isola- tion durch die Pandemie führte in Samiras Familie zur Eskalation. Die Eltern haben sich schon vor längerer Zeit getrennt, aber wann immer sie sich sehen, strei- ten sie. Die Folgen der familiären Probleme sind spür- bar: Samira ist distanzlos, wird aber auch schnell aggressiv.Ihreschulischen Leistungen sind schlecht. Das Mädchen sehnt sich nach einem geregelten Tagesablauf, Liebe und Geborgenheit. Doch zuletzt verschärfte sich die Lage: Die Mutter war völlig überfordert und Samiras seelisches Wohl in Gefahr. Der letzte Streit zwischen Tochter und Mutter verlief derart lautstark, dass die Nachbarn die Polizei riefen. SOS-Kinderdorf griff ein und unterstützte die Familie in der akuten Notsituation: Samira kam in die Notbetreuung. Ihre Mutter wurde von der ambulanten Hilfe von SOS-Kinderdorf und einem psychologischen Dienst unterstützt. Trotz der Not- hilfe ist Samiras Zukunft ungewiss. Imschlimmsten Fall muss das Mädchen aus der Familie genom- men werden. Um solche Situationen zu verhindern, hilft SOS-Kinderdorf Eltern, Wege aus der Krise zu finden und unterstützt sie mit einer Reihe von prä- ventiven Maßnahmen.  SOS-Kinderdorf hilft jungen Menschen, die unter Mangel und Vernachlässigung leiden. Der Verein unterstützt Kinder, Jugendliche und Eltern in sozialen Schwierigkeiten. Helfen Sie jetzt mit Ihrer Spende: Bank für Sozialwirtschaft IBAN: DE02700205000007808005 BIC: BFSWDE33MUE ANZEIGE hoch: Es gab Markierungen im Hof, wo jeder warten musste, elek- tronische Fieberthermometer kamen zumEinsatz, Abstand, Hygiene- artikel wurden verteilt. Aber auch Arbeitsblätter und Lesehefte für die Kinder, die sie bis zur nächsten Lebensmittelausgabe ausfüllen konnten. Seit September sind die Schulen nun wieder offen. Doch wie es jetzt weitergeht, das weiß niemand so genau. Auch das von MISEREOR unterstützte Butterfly Art Project ver- sucht, Kindern in Südafrika zu helfen. Diese 2010 von der deutschen Kunsttherapeutin Angela Katschke gegründete Nichtregierungs- organisation hat sich zur Aufgabe gemacht, Kindern im Alter von vier bis 25 Jahren bei ihren oft traumatischen Erlebnissen in ihrem Elternhaus zur Seite zu stehen. Im Rahmen dieser Therapie sollen sie lernen, erlebte Gewalt, Erfahrungen mit Drogenkonsum oder sexuellem Missbrauch zu Papier zu bringen und eine weitere Ver- arbeitung in Gang zu setzen. Erste Erfolge waren bereits sichtbar, die Kinder öffneten sich. Doch das Coronavirus hat die Fortführung sehr erschwert. Jetzt erlernen Erwachsene aus den Townships per Videoschulung die Grundlagen der Kunsttherapie, um zumindest die Kinder in ihrem unmittelbaren Umfeld unterrichten zu kön- nen, ohne große Risiken einzugehen. Denn die Angst vor einer Ansteckung ist groß. In den Armenviertel Kapstadts ist das Geld chronisch knapp. Isolation? Sozialer Abstand? Das ist hier keine Option. Hinzu kommt, dass in diesen Gebieten viele Risikopatien- ten leben, die bereits mit HIV oder Tuberkulose infiziert sind. Ein Ausbruch dort käme einer Katastrophe gleich. Umso wichtiger ist es weiterzumachen, weiter zu helfen, so gut es eben geht, all denen, die jetzt diese Hilfe brauchen. Denn auch wenn die Pandemie uns alle erreicht hat und uns alle betrifft, noch länger betreffen wird – manche Spuren sind dann doch tiefer als andere. Oliver Armknecht « Engagement | 11

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