spendenmagmagazin2021

« ANZEIGE BEIGABEN Wer kennt sie nicht, die zum Teil großfor- matigen Werbebriefe Spenden sammelnder Organisationen, denen unaufgefordert Bei- gaben in Form von Kalendern, Postkarten, Armbändern, Adressaufklebern oder so- gar CDs beigefügt sind. Solche Beigaben gelten als übliche Methode, um einerseits beim Erstkontakt die Aufmerksamkeit zu erhöhen und um andererseits bestehenden Spendern für ihre Unterstützung zu dan- ken. Zugleich erfordern derartige Gesten ein hohes Maß an Sensibilität, da sie dem Ansehen der betreffenden Organisation unter Umständen mehr schaden als nützen. Immer wieder erhält das DZI Anfragen von Spendenden, die zum einen unsicher sind, ob sie derartige „Geschenke“ behalten dür- fen, und zum anderen die Verhältnismäßig- keit ihrer geleisteten Spende zum finanzi- 1.000 TAGE ENTSCHEIDEN ÜBER EIN GANZES LEBEN In der Amhara-Region in Äthiopien erschweren länger andauernde Dürren und Überflutungen das Überleben. So wird die Klimakrise zur Hungerkrise. Fast die Hälfte der Kinder unter 5 Jahren ist unterernährt. Wie Alemies* Tochter Ayana*, die lebenslang unter den Folgen der Mangelernährung während ihrer ersten 1.000 Tage leiden wird. Als Alemie ihr zweites Kind erwartete, war die Familie durch ein Programm der Welthungerhilfe bereits in einer besseren Lage: Sie hatte widerstandsfähiges Saatgut erhalten, an Ernährungstrainings teilgenommen und nutzte das neu errichtete Bewässerungssystem der Gemein- de. Ihr Sohn Dereje* hatte so die Chance, von Beginn an gesund aufzuwachsen und sich gut zu entwickeln. Foto: Wiards/Welthungerhilfe, *Name geändert Ihre Spende bekämpft Mangelernährung bei Kindern! ellen Aufwand derartiger Spendenbriefe infrage stellen. Das DZI empfiehlt Spendenorganisationen, auf Beigaben zu verzichten, deren Kosten das übliche geringfügige Preisniveau deut- lich übersteigen, da diese in der Öffent- lichkeit nach den Erfahrungen des DZI auf mangelnde Akzeptanz stoßen. Beigaben sind insbesondere dann problematisch, wenn sie als Dank für eine noch zu leistende Spende eingesetzt werden und damit Druck beim Empfänger erzeugen. Dadurch verliert die Spende nach Einschätzung des DZI den Charakter der Freiwilligkeit. Spenderinnen und Spender sollten sich hiervon nicht be- drängen lassen und kein schlechtes Gewis- sen für den Fall haben, dass sie die Beigabe behalten, ohne eine Spende zu leisten. Ganz abzulehnen ist der gezielte Einsatz von Bei- gaben, die für die Adressaten von keinerlei Nutzen sind, jedoch stark emotionalisieren oder sogar schockieren. I N FOS Die in diesem Beitrag geteilten Tipps sind nur zwei der vielen, die das DZI auf der eigenen Homepage für alle Interessierten bereithält. Nach Themen sortiert finden Sie dort die unterschied- lichsten Informationen und Ratschläge zu einzelnen Aspekten des Spenden- wesens, die einen schnellen Überblick über das betreffende Thema bieten. Darüber hinaus stehen eine Reihe nütz- licher Spendeninfos und Videoclips zum Abruf bereit. www.dzi.de/spenderberatung/ spendenauskunfte-und-information/ spendentipps-und-spendeninfos/ Spenden | 17

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