spendenmagmagazin2021
Naturschutz muss immer mit den Menschen geschehen Bangladesch ist wie kaum ein anderes Land vom Klimawandel betroffen. Brot für die Welt hilft vor Ort Fotos: GLS Zukunftsstiftung Entwicklung, Misereor, Brot für die Welt ANZEIGE Gemeinsam mit Ihnen verhilft MISEREOR Überlebenden der Dammbrüche in Brasilien zu ihrem Recht. misereor.de/mitmenschen M I T ME NS CH E N . Foto: ThomasByczkowski Mit Verachtung oder mit Menschen? Diese Projekte können die unterschied- lichsten Formen annehmen. Mal werden Bewässerungssysteme installiert oder wird resistentes Saatgut gegen Trockenstress verteilt. Tierhaltung ist ebenso ein Thema wie erneuerbare Energien, wenn alte Die- selmotoren gegen neue Solar-Panels ausge- tauscht werden. Gleichzeitig finden schon jetzt Beratungen statt zur Umsiedelung von Menschen, die in gefährdeten Gebieten le- ben und vielleicht in 20 bis 30 Jahren dort keine Heimat mehr haben werden. Auch sonst denkt die Organisation langfristig, gerade bei den Partnerschaften. Mit eini- gen Partnern arbeitet Misereor bereits seit Jahrzehnten zusammen, anfangs nur im Bereich der Entwicklungsarbeit. Seit etwa 15 Jahren spielt aber auch das Thema Klima eine große Rolle. Immer die Leute mitnehmen Auch bei der GLS Zukunftsstiftung Entwick- lung sind Pläne langfristig angelegt. So ist es ein wichtiges Ziel, Kleinbauern und Klein- bäuerinnen dabei zu unterstützen, sich land- wirtschaftlich selbst versorgen zu können. Es dauert im Schnitt drei bis vier Jahre, dann ist die Ernährungssouveränität erreicht und sie können sich sicher versorgen. Damit ha- ben sie zwar noch kein Einkommen, aber sie sind ernährungssicher. Darauf sattelt sich die nächste Phase der Weiterverar- beitung auf, die noch einmal zwei bis drei Jahre dauert. Es entstehen lokale Märkte, die Menschen beginnen, mit den eigenen Waren zu handeln. Für Dr. Annette Massmann, Vor- ständin der Stiftung, ist es fes- ter Teil des Konzepts. „Wir verfolgen dabei einen Bottom-up-Ansatz, der ökologischen Landbau mit Infrastrukturaufbau verbin- det. Die Ausgangsidee ist immer: Wie kriege ich ein Habitat ökonomisch, ökologisch und sozial tragfähig hin?“ Das eine lässt sich dabei nichtvom anderen trennen. Menschen müssen von nachhaltiger Landwirtschaft leben können, sonst wird sie nicht akzep- tiert. Das zeigt sich auch am Thema Auf- forstung, einem zentralen Bestandteil bei der Verbindung von Umweltschutz und Ent- wicklungsarbeit. Die GLS Zukunftsstiftung Entwicklung sucht keinen Naturschutzraum jenseits des Menschen, sondern immer in Verbindung mit den Menschen. Nur wer die Leute mitnimmt, kann etwas bewegen. Oliver Armknecht « Umwelt | 25
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